Deutsches Epitaph, German Epitaph

 




 

Deutsches Epitaph 1Deutsches Epitaph 2German Epitaph 1German Epüitaph 2

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit den 4 Ausgaben als crossmediale eBooks im iBook Store/Apple können wir nach 10jähriger Arbeit zum ersten Mal eine Textveröffentlichung vorlegen die auf dem iPad vor allem unseren Vorstellungen entspricht.

Das 7. Kapitel aus „Stadt des Hieronymos“ wird in 21 Abschnitten dargestellt mit  21 Videos von Jörg Franzmann, eingesprochen in Deutsch von Peter Heusch und im Englischen von Paul F. Cowlan. Andreas Mügge hat den Musiktrack für das Eingangsvideo „Swastika“ bereit gestellt und die Musik der anderen Titel entstammt der CD „Heroin“ arrangiert und komponiert von Stephan Mathieu. Mit einigen beigefügten Erklärungen, die die Programmierung des iBooks möglich macht, erscheint uns dieses Projekt als erstes vollständig und ein Prototyp für die weiteren Projekte, die noch als „work in progress“ zu bezeichensind.

In Epitaph konzentriert sich die durchlaufende Problematik des Protagonisten Hieronymos, der versucht mit seinen Erinnerungen fertig zu werden, Erinnerungen an eine Kindheit, in der ihm die Schrecken des Holocaust nachträglich bewusst wurden. Es ist zugleich eine Bearbeitung dessen, was man als posttraumatisches Syndrom bezeichnen kann (PTS), ein Schmerz, der auch nach vielen Jahren noch in Deutschland vorhanden ist. Dabei geht es darum, dem Verschweigen, das Verdrängen entgegen zu arbeiten. In 21 Bildern wird dem Leser, Hörer oder Zuschauer vermittelt, dass sich gegen die Erinnerungen keine Mauern errichten lassen.

Zum Beispiel wäre Krebs die Folge (Bild 4), Drogensucht (Bild 6), Sehnsucht nach einem allgemeinen Untergang, da die Verzweiflung zunimmt (Bild 7). Der Protagonist Hieronymos durchläuft diese Stationen, um dennoch nicht abzulassen von dem Versuch, sich selbst zu heilen und einen Weg des Glücks und der Zukunft, eine Utopie zu finden. Er findet sie zuletzt in der Vision einer Quelle, die sich auftut, und die einen Neuanfang möglich macht, es gilt, neue Ideen in die Tat umzusetzen.

Das Projekt Literaturvideo „Epitaph“ stellt sich als Gesamtkunstwerk so dar, dass sowohl die Musik wie der Text und die Videos selbstständig konzipiert wurden und deshalb auch für sich alleine ihre künstlerische Existenz haben und in dem Projekt vereinigt behalten. So wurde die Musik in der CD Heroin (produziert 2001 und 2002 von Josef Suchy, NobukazuTakemura, Joshua Kit Clyton, Frans de Waard, Christina Fennesz, Oren Ambarchi, Carmen Baiern und Akira Rabelais,) veröffentlicht und dann 2005 für das Projekt von Stephan Mathieu bearbeitet.

Die Videos von Jörg Franzmann wurden zu großen Teilen unabhängig vom Projekt erarbeitet und können auch ohne Musik und Text aufgeführt werden. Indem die Musik, der Text und die Bilder trotz ihrer potentiellen Selbstständigkeit zu einer Projekt zusammen gefügt werden, entstehen zwischen ihnen, also zwischen der Ebene der Musik, der des Textes und der des Bildes, Wechselwirkungen und Bezüge unterschiedlicher Art, die ganz neue, vorher in den einzelnen Werken nicht deutliche, Wirkungen erzielen. Dabei geht es nicht, um Verdoppelungen. Der Text tendiert nicht dazu, von dem Bild untermalt zu werden, die Musik fungiert nicht als Begleitmusik. Die einzelnen Videos wurden deshalb auch nicht so bearbeitet, dass eine Homogenität des Eindrucks angestrebt wurde, im Gegenteil: das Disparate, die Divergenz wird als Ausdrucksmittel genutzt. Die Musik bringt zum Text etwas hinzu, der Text etwas zum Bild, das Bild etwas zur Musik: innerhalb des Dreiecks der Ebenen entwickelt sich das eigentliche künstlerische Geschehen neu und anders, als es das auf einer der Ebenen hatte tun können. Es entstehen unerwartete Verdichtungen,Verfremdungen und Perspektiven.

———————————————————————————————————————————————————————————————————

The Literary Video project “Epitaph” presents itself as a sum total work of art consisting of music as much as text and image, each having been individually conspired and hence maintain their own artistic existence brought to a union in this project. Within this frame, tracks from the CD Heroin (produced 2001 und 2002 von Josef Suchy, Nobukazu Takemura, Joshua Kit Clyton, Frans de Waard, Christina Fennesz, Oren Ambarchi, Carmen Baiern und Akira Rabelais) published under the orthlong music and freibank label, were then in 2005 edited by Stephan Mathieu. Copyright now with touch music. We thank for the permission to use the tracks in this project. The text is tantamount to the complete seventh chapter of the yet unpublished Novel “City of Hieronymos” by Adelheid Seltmann. Jörg Franzmann’s videos were for the most part composed separately and could equally be presented independent of the project and has likewise not been published thus far. Despite or rather because of their potential individuality, a whole range of unforeseeable associative impressions consequentially arise when the different levels in music, text and image are united in a project to create a wholly new dimension, crafted by the counteractive effect that would not be possible should they stand alone.

Herein the aim is not duplication. The text tends not to be emphasized by the images and the music likewise does not function as an accompaniment. The idiosyncratic videos were therefore not edited to ascertain a homogenic impression. On the contrary, the disparate divergence was sought to serve as a means of expression.

The music adds somewhat to the text, the text to the image and the image a touch to the music, so that within the dynamic between these three levels, the actual artistic occurrence comes into being new and different to what it might have been on its own. Intensification, estrangement, and alternate perspectives arise unexpectedly.