Zu Jahresbeginn 2016 ein Zwischenbericht für entire3 Berlin.entire3 Berlin

11 Bücher liegen im Apple iBook store, iTunes vor.

„Stadtwald“, „Deutsches Epitaph 1,2“ (deutsch und englisch) „Westöstlich Feuer 1,2“ (deutsch und englisch) und „Die Spur des Krokodils“ (deutsch und englisch).

Die elektronische Veröffentlichung macht ein „work in progress“ über Updates möglich – nur
„Deutsches Epitaph“ (Text Adelheid Seltmann, Video Joerg Franzmann, Musik Stephan Mathieu, Übersetzung Gerald von Brandenstein) ist wirklich fertig.

Für „Westöstlich Feuer“ fehlt noch eine englische Einsprache des Textes, für „Die Spur des Krokodiles“ warten wir noch auf die Videos von Joerg Franzmann usw.

Zusätzlich gibt es zwei externe Produktionen: „Nesimi Ghaselen“ (Michael R. Hess in Zusammenarbeit mit Adelheid Seltmann) und „Der zweite Sultan“ (Thomas Weiberg, redigiert von Adelheid Seltmann).

Vorweg: iTunes Connect von Apple fungiert als Verlag für uns mit einer exzellenten und schnellen Beratung, für den Vertrieb und die Werbung werden pro Buch 250 Promotion Datein zur Verfügung gestellt, es wird sofort abgerechnet.
Im Ganzen ist die Organisation hervorragend verglichen mit bisherigen Erfahrungen bei konventionellen Verlagen, vor allem ist sie zuverlässig. Wir erhalten 70% des Verkaufserlöses. Allerdings verlangt das ein Studio, in dem die Produktion möglich ist, inklusive Sprachaufnahmen, Ton- und Videobearbeiung sowie Layout.

Apple stellt mit dem Apple Authoring Programm ein Tool zur Verfügung, dass nur im IOS so vorhanden ist und mit dem komplexe crossmedia eBooks – also Bücher mit eingesprochenem Text und Videos) erstellt werden können. Das geht bis jetzt auf Android (Amazon Kindl) und bei Microsoft nicht.

Das Problem beim Vertrieb in Deutschland allerdings ist, dass

a. ein flächendeckendes Breitband WLAN fehlt, so dass Leser in Provinzregionen vermutlich nicht erreicht werden können, da die Bücher durchschnittlich 1GB download erfordern.

b. Der Literaturbetrieb sperrt sich gegen dieses neue Format, da gedruckte Bücher schon ganz gut mit dem normalen ePub formatierten eBooks konkurrieren können, im Gegenteil: da sind sie überlegen, nicht aber mehr mit dem neuen crossmedia Format.
Nicht einmal ein Bild dominiertes Buch wie „Der zweite Sultan“ von Thomas Weiberg ist im Buchdruck finanzierbar und entsprechend gut möglich.

Man ist deshalb nicht interessiert, uns irgendwie an dem System Verlag – Kritiker – Presse zu beteiligen, mit dem die konventionellen Verlage im 19. und 20 Jahrhundert schon immer ihren Vertrieb organisierten.
Wie müssen ganz neu ansetzen. Itunes Connect hat das begriffen, aber für ein effektiven Aufbau
neuer Vertriebsstrukturen fehlt noch viel.

c. Dazu gibt es ein Hardware Problem: die Bücher lassen sich nur über iPads der 3. oder 4. Generation mindestens herunterladen und lesen, sie sind also Hardware abhängig.
In Deutschland haben vor allem von denjenigen, die Interesse an guter Literatur haben und den sog. „Kulturträgern“ nur wenige ein iPad dieser Art, einmal weil Deutschland prinzipiell, was die digitalen Veränderungen betrifft, rückständig ist (Merkel: in Deutschland ist das Internet Neuland!), dann aus Vorbehalten, die man unendlich diskutieren, aber schwer ausrotten kann und vor allem auch, weil die Geräte teuer sind und die Konsumenten, die gute Bücher schon kaufen, durchschnittlich einen solchen Kauf eher scheuen (aus finanzielle Gründen und auch anderen).
Die jungen Nerds dagegen konsumieren lieber Science Fiction Bücher, die nicht auf literarisches oder künstlerisches Niveau aus sind.

d. Es bleibt uns als Werbeplattform die Möglichkeit, die sich vom iPad aus gut bietet, mit Film Performances unsere Bücher vorzustellen. Zum Glück haben wir in Frankfurt jetzt einen neuen Kulturraum, in dem das auch intern jederzeit möglich ist.
Es liegt also, was den Vertrieb der Bücher betrifft, ein nicht leichter Weg vor uns: packen wirs an.

In jedem Fall sind wir für Rat, Hilfe und Unterstützung unseres Zukunftsprojektes dankbar,
denn dass das crossmedia eBook das Buch eine Zukunft vor sich hat, davon sind wir überzeugt und möchten andere auch überzeugen.