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04.04.10

Verlage könnten durch das iPad von Apple einen neuen Vertriebskanal und neue Kunden erschließen. Doch die Furcht ist groß, dass der amerikanische Konzern einmal mehr seine Marktmacht ausspielen wird

von Ulrich Clauß

 

Wer wissen möchte, wie der Arbeitsplatz der Zukunft für Buchautoren aussieht, sollte sich bei Adelheid Seltmann umschauen. Seltmann arbeitet derzeit in ihrem Berliner Multimedia-Studio an letzten Details von “Feuer”. Das Werk ist eine interkulturelle Auseinandersetzung mit dem Islam – und zugleich eine multimediale: “Feuer” ist das erste präsentationsreife Buchprojekt für Apples neuen Tablet-PC iPad in Deutschland, im Herbst soll es erscheinen. “Crossmediale Poesie” nennt Joseph Lammertz, Redakteur bei ihrem Verlag Shaker-Media, das Genre der Patio-Literaturpreisträgerin.

Seltmann und ihr Verlag gehören zu den Pionieren multimedialer Buchproduktion in Deutschland. “Wir haben nie ausschließlich manuskriptzentriert akquiriert”, sagt Lammertz. Das dürfte sich bald auszahlen, wenn die Marktprognosen für den iPad wahr werden.

Dann nämlich steht das Verlagsgeschäft vor einem Urknall. In den USA wurden 120 000 der Computer schon binnen der ersten 24 Stunden vorbestellt. Und in Deutschland werden die Kaufabsichten noch höher eingeschätzt als beim Start von Apples Smartphone, dem iPhone.