Joerg Franzmann

 

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entwickelt seine Videos auch da auf der Basis von fotographischem, konkretem Material, wo sie anscheinend abstrakt sind – aufsteigend damit vom Konkreten zum Abstrakten.

Was in den Videos wirklich steckt, sieht man noch einmal neu, wenn man sie Bild für Bild auseinander faltet.

Jedes Bild ist „komponiert“, ist ein Bild für sich, das eine Wirkung auch ohne den Zusammenhang in einem schnellen Videoablauf entfalten kann.

Das wird sehr deutlich in der Serie „Nicht Krokodil“ (105 Bilder) in dem crossmedia e Book „Spuren des Krokodils“, die auch als Improvisation zur Musik im Berliner Club Berghain („getting perlonized“) auf dem Bildschirm der Panorama Bar eingespielt wurden, nur dass selbstverständlich in dem Zusammenhang die Wirkung eine ganz andere war – auch verständlicher Weise die Rezeption des Videos durch die Partyteilnehmer.

Für das Projekt „Digital Art Poetry“ eignen sich diese Videos vor allem deshalb, weil sie keinen Handlungsverlauf suggerieren, sondern in ihnen die Handlung sozusagen nach innen in die Bildebene selbst verlegt wird.

Es sind stille Bilder, die thematisch um sich selber kreisen, das Thema in verschiedenen Variationen darstellen, aber keinen Verlauf suggerieren, der eine dramatische Entwicklung vor sich hat, auch dann nicht, wenn ein schneller Bildwechsel vorgenommen wird.

 

 

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Die hier ausgewählten Einzelbilder, die dem Videofilm entnommen sind, zeigen allerdings nicht einfach Muster, wie es vielleicht den Anschein hat, es sind kleine, „eincomputierte“ Filme von Fröschen, Frauengesichtern, Schlangen, die so klein arrangiert bei genauem Hinsehen Ekel und Grauen erzeugen.

Allerdings haben diese Filme (2004) noch keine HDD Deutlichkeit. Die Wirkung würde sich bei einer entsprechen höheren Pixelrate erheblich steigern lassen.

Mit diesem Vorgehen entsprechen die Bilder dem der Texte, die in der gleichen Weise wie Vektoren von allen Seiten ihr Thema einkreisen, es dialektisch hin und her bewegend. Die Utopie liegt dabei in den Themen selbst und wird nicht dramatisch als Handlung entwickelt. Damit ist Ausgang einer Geschichte in ihr selbst angelegt und unterliegt keinem Spannungsbogen, der Leser oder Hörer aufpeitscht zu Abenteuern des Unerwarteten, so wie wir das von Krimis gewohnt sind. Schon gar nicht wird auf ein Abtauchen in Parallelwelten abgezielt, wie es manche Computerspiele tun.

Von dieser Art Erzählen setzt sich Digital Art Poetry deutlich ab – und überlässt das damit dem Mainstream der Romane und Fernsehfilme und Spiele.

Dafür aber ist es möglich, gerade auch weil Musik und Bild den sinnlichen Eindruck verstärken und verschärfen, mit um so größerer Intensität den Inhalt, seinen Ausdruck, seine Message darzustellen und ein Nachdenken des Lesers anzuregen.

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